Führung von Führungskräften: Warum nicht jeder Jedi ein Meister ist
Denn während viele Führungskräfte lernen, Teams zu führen, werden nur die wenigsten darauf vorbereitet, Leader zu entwickeln. Dabei entscheidet genau diese Fähigkeit darüber, ob Organisationen wachsen – oder sich selbst im Weg stehen.
Merksatz:
Führung von Führungskräften entscheidet nicht primär über Leistung, sondern über Kultur.
Um dieses Spannungsfeld sichtbar zu machen, hilft ein Bild, das Führung radikal ehrlich beschreibt: Star Wars.
Was bedeutet Führung von Führungskräften?
Führung von Führungskräften beschreibt die gezielte Entwicklung, Begleitung und Befähigung von Menschen, die selbst Führungsverantwortung tragen.
Es geht nicht um operative Steuerung, sondern um Haltung, Entscheidungsreife und Identität.
Wer Führungskräfte führt, gestaltet nicht nur Ergebnisse, sondern prägt Führung über Generationen hinweg.
Das unterschätzte Führungsmandat: Führung von Führungskräften
In vielen Organisationen gilt unausgesprochen:
„Wer selbst Führungskraft ist, weiß schon, wie Führung funktioniert.“
Das ist bequem. Und gefährlich.
Denn Führung von Führungskräften bedeutet:
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Erfahrung trifft auf Erfahrung
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Autorität trifft auf Autorität
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Selbstbild trifft auf Selbstbild
Hier geht es nicht mehr um Anweisung, sondern um Reife.
Nicht um Kontrolle, sondern um Entwicklung.
Merksatz:
Wer Führungskräfte führt, übernimmt Verantwortung für das Führungsniveau der gesamten Organisation.
Warum klassische Führung hier nicht mehr ausreicht
Was bei Teamführung funktioniert, scheitert oft eine Ebene höher.
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Kontrolle erzeugt Widerstand
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Mikromanagement blockiert Entscheidungen
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Vorgaben ersetzen kein Denken
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Feedback ohne Dialog bleibt wirkungslos
Führungskräfte brauchen keinen Chef, der es besser weiß.
Sie brauchen einen Meister, der Entwicklung ermöglicht.
Und genau hier trennen sich zwei grundlegend unterschiedliche Führungslogiken.
Führung von Führungskräften ist kein Zufall, sondern das Ergebnis systematischer Führungskräfteentwicklung.
Wer Menschen führt, die selbst führen, braucht mehr als Erfahrung oder Intuition. Es braucht Klarheit über Rollen, bewusste Entscheidungsräume und die Fähigkeit, Entwicklung zuzulassen – auch dann, wenn sie die eigene Komfortzone berührt.
Jedi oder Sith? Zwei grundlegend unterschiedliche Führungslogiken
Die Metapher ist kein Popkultur-Spiel.
Sie beschreibt zwei reale, psychologische Führungsmodelle.
Die Jedi-Logik: Entwicklung, Verantwortung, Vertrauen
Jedi-Meister haben ein klares Ziel:
Der Schüler soll stärker werden als der Meister.
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Wissen wird geteilt, nicht gehortet
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Entscheidungen werden ermöglicht, nicht verhindert
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Fehler sind Teil des Weges
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Macht wird weitergegeben
Der Erfolg eines Jedi-Meisters zeigt sich nicht in Kontrolle, sondern in Selbstständigkeit.
Merksatz:
Jedi denken in Generationen.
Die Sith-Logik: Macht, Kontrolle, Abhängigkeit
Sith-Lords haben ebenfalls Schüler.
Aber mit einem anderen Ziel.
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Wissen wird dosiert
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Loyalität ist wichtiger als Kompetenz
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Widerspruch gilt als Bedrohung
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Entwicklung endet dort, wo sie gefährlich wird
Der Schüler bleibt Werkzeug – bis er unbequem wird.
Dann gilt das unausgesprochene Prinzip:
„Bist du nicht für mich, bist du gegen mich.“
Merksatz:
Sith denken nicht in Entwicklung, sondern in Besitzverhältnissen.
Warum viele Führungskräfte unbewusst wie Sith führen
Die wenigsten handeln so aus böser Absicht.
Die meisten aus Angst.
Angst vor:
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Bedeutungsverlust
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Kontrollverlust
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Vergleich
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Austauschbarkeit
Je höher die Hierarchie, desto subtiler wirkt diese Angst.
Eine typische Szene aus der Praxis
Ein erfahrener Bereichsleiter sagt im Gespräch:
„Er macht fachlich einen guten Job. Aber bei Entscheidungen halte ich ihn bewusst kurz – man weiß ja nie.“
Was hier nach Verantwortung klingt, ist in Wahrheit Machtsicherung.
Merksatz:
Was als Verantwortung getarnt ist, ist oft Angst vor Kontrollverlust.
Die Folgen für Organisation, Kultur und Nachwuchs
Wenn Führungskräfte klein gehalten werden, passiert Folgendes:
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Entscheidungen wandern nach oben
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Verantwortung wird vermieden
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Talente verlieren Perspektive
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Innovation verlangsamt sich
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Kultur wird vorsichtig statt mutig
Die Organisation wirkt stabil – ist aber abhängig.
Und Abhängigkeit ist das Gegenteil von Führung.
Das Jedi-Meister-Prinzip: Führungskräfte wirklich entwickeln
Wenn Führung von Führungskräften gelingen soll, braucht es mehr als gute Absichten.
Es braucht ein klares Vorgehen.
Ich nenne es das Jedi-Meister-Prinzip – ein Entwicklungsmodell, das nicht kontrolliert, sondern befähigt.
J – Job-Souveränität herstellen
Entwicklung beginnt mit Klarheit.
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Ist die Rolle eindeutig definiert?
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Sind Erwartungen transparent?
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Gibt es echte Entscheidungsräume?
Unsichere Führungskräfte suchen Schutz.
Souveräne Führungskräfte übernehmen Verantwortung.
E – Entscheidungsräume erweitern
Jedi-Meister delegieren nicht nur Aufgaben – sie delegieren Entscheidungen.
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Entscheidungen vorbereiten lassen
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Entscheidungen treffen lassen
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Entscheidungen mittragen
Auch dann, wenn sie anders ausfallen als erwartet.
Merksatz:
Entwicklung beginnt dort, wo Kontrolle endet.
D – Dialog auf Augenhöhe etablieren
Führung von Führungskräften ist Reflexionsarbeit.
Nicht:
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„Warum hast du das so gemacht?“
Sondern:
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„Wie bist du zu dieser Entscheidung gekommen?“
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„Was hast du daraus gelernt?“
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„Was würdest du beim nächsten Mal anders machen?“
Dialog ersetzt Kontrolle.
Und schafft Reife.
I – Identität statt Kopie entwickeln
Der vielleicht wichtigste Punkt.
Jedi-Meister formen keine Klone.
Sie fördern Persönlichkeiten.
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Eigene Stärken
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Eigene Haltung
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Eigener Stil
Merksatz:
Führungskräfte, die Kopien erzeugen, sichern Macht – keine Zukunft.
Reflexionsfragen für Führungskräfte auf der nächsten Ebene
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Entwickle ich Menschen – oder sichere ich meine Position?
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Erzeuge ich Selbstständigkeit – oder Abhängigkeit?
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Fördere ich Widerspruch – oder Loyalität?
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Denke ich in Kontrolle – oder in Verantwortung?
Führung zeigt sich nicht im Titel.
Sondern im Effekt.
Fazit: Führung zeigt sich daran, wie stark andere werden
Führung von Führungskräften ist kein Privileg.
Sie ist ein Mandat.
Ein Mandat, das entscheidet:
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über Kultur
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über Innovationsfähigkeit
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über Zukunft
Jedi-Meister messen ihren Erfolg daran,
wie stark andere werden.
Sith-Lords daran,
wie abhängig sie bleiben.
Die Frage ist nicht, wie viel Macht Sie haben.
Die Frage ist, was Sie daraus machen.
Glossar
Führung von Führungskräften
Gezielte Entwicklung und Befähigung von Führungskräften durch übergeordnete Führungsebenen.
Führungskräfteentwicklung
Systematische Stärkung von Entscheidungs-, Reflexions- und Führungskompetenzen.
Mentoring in der Führung
Begleitung mit Fokus auf Entwicklung statt Kontrolle.
Macht in der Führung
Einfluss auf Entscheidungen und Menschen – konstruktiv oder destruktiv nutzbar.
Jedi-Meister-Prinzip
Führungsmodell zur nachhaltigen Entwicklung von Führungskräften.
FAQ
Was bedeutet Führung von Führungskräften?
Die Führung von Menschen, die selbst Führungsverantwortung tragen.
Warum ist sie besonders anspruchsvoll?
Weil Macht, Identität und Erfahrung eine zentrale Rolle spielen.
Welche Fehler passieren hier häufig?
Zu viel Kontrolle, zu wenig Verantwortung, Angst vor Machtverlust.
Wie gelingt nachhaltige Führungskräfteentwicklung?
Durch klare Rollen, echte Entscheidungsräume und Dialog auf Augenhöhe.
