Weiterbildung: „Trainings bringen nichts!“
Die berechtigte Frage: „…und was hast Du vom Seminar mitgenommen?“ – Klare Antwort: „Ein Handtuch und zwei Aschenbecher!“ – Dieser kleine Witz ist wohl jedem Trainer und Coach in Deutschland bekannt. Nur eines ist er nicht – witzig! Der Witz zeigt lediglich Schwachstellen im Weiterbildungssektor von Unternehmen auf.
Sehr oft wissen Mitarbeiter gar nicht warum sie überhaupt zum Seminar sollen. Und noch schlimmer Führungskräfte merken erst, dass ihre Mitarbeiter auf einem Seminar waren, wenn diese wieder zurück sind. Die Folge ist bei Mitarbeitern, dass diese übertrainiert sind und nur noch schwer für etwas zu begeistern sind.
Jetzt stellen Sie sich einmal vor, Sie sind in der Personalabteilung eines Unternehmens und für Weiterbildung und Personalentwicklung verantwortlich. Sie kommen fröhlich eines Morgens ins Büro und es liegen zwei Kataloge von Seminaranbietern auf Ihrem Schreibtisch. Ihre Aufgabe finden Sie das passende Seminar für einen Vertriebsmitarbeiter. Eine leichte Aufgabe denken Sie?
Es ist unmöglich! Sie werden sich sicherlich fragen warum? Nun ja, die Antwort ist ganz einfach. In einem Katalog gibt es 613 verschiedene Seminare und in dem anderen „nur“ noch 584 Angebote. Bis Sie sich hier einen groben Überblick verschafft haben ist es Mittag und bis Sie das richtige Seminar gefunden haben ist wohl schon Winter, Frühling und Sommer vorbei. Das schlimme ist nur das im Herbst ja ein neuer Katalog kommt. Also was macht man, man nehme ein wohl irgendwie passendes Seminar und schickt den Mitarbeiter mal dahin. Aufgabe erledigt!
Personalentwickler haben es einfach nicht leicht. Die Erfahrung zeigt, dass Weiterbildung immer dann fehlinvestiert ist, wenn Standardkonzepte auf fehlende Praxiserfahrung treffen.
Natürlich fragen Sie sich wie geht es anders.
Achten Sie bei der Wahl auf Praxisnähe. Auf ihr Unternehmen zugeschnittene und angepasste Trainings führen dauerhaft zum Erfolg.
Binden Sie Führungskräfte und Mitarbeiter frühzeitig in die Entscheidungsfindung von Entwicklungsmaßnahmen ein. Die Führungskräfte in ihrem Haus sind ein wichtiges Element und können der Schlüssel zum Erfolg von Personalentwicklungsmaßnahmen sein. Fangen Sie erst an die Mitarbeiter zu qualifizieren, nachdem Sie die Führungskräfte befähigt haben.
Implementieren Sie zwei Prozessschritte um das Seminar. Einen gezielten Dialog zwischen Führungskraft und Mitarbeiter bevor der Mitarbeiter auf ein Seminar fährt und ein Dialog wenn der Mitarbeiter von dem Seminar wiederkommt. Das Ergebnis dieses Gesprächs ist die Grundlage für ein langfristiges Entwicklungsprogramm von Mitarbeitern.
Überlegen Sie im Vorfeld, ob es nicht sinnvoller ist eine Inhouse Veranstaltungen zu machen. Diese sparen oft Zeit, Geld und sind deutlich abgestimmter auf die Ziele und Pläne des Unternehmens. Die Durchdringung von Wissen in ihrem Unternehmen ist nachhaltiger. Suchen Sie sich für interne Weiterbildungsmaßnahmen eine Trainer/Coach aus der auch langfristig mit ihnen zusammenarbeiten möchte und die Strategie des Unternehmens mitträgt. Vermeiden Sie einen Trainertourismus. Er muss ein strategischer Partner der Personalabteilung sein.
Und wenn Sie schon bei Inhouse Veranstaltungen sind. Warum gründen sie nicht gleich eine eigene interne Weiterbildungsakademie in ihrem Unternehmen. Diese Akademie beschäftigt sich mit nichts anderem als der internen Weiterbildung der gesamten Belegschaft. Schaffen sie interne Weiterbildungsprogramme statt Einzelseminare. Qualifikation von Mitarbeitern bekommt somit einen ganzheitlichen Blickwinkel. Bauen Sie sich einen Trainerpool auf, der ihren Vorstellungen entspricht und kommunizieren sie klare Qualitätsstandards an die Trainermannschaft. Die Zusammenarbeit mit dem Trainerpool bekommt mehr Wert, wenn sie zu den Jour Fix Terminen jährliche Abstimmungsgespräche implementieren.
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