Was bin ich eigentlich wert?

Unternehmenswerte zwischen „wertvoll“ und „wertlos“

Was ist ein Wert? Wie defi­nie­ren wir ihn? Und gibt es even­tu­ell unter­schied­li­che Defi­ni­tio­nen von „Wert“? Haben Sie sich dar­über schon ein­mal Gedan­ken gemacht?

Zwei Arten von Wert

Aus mei­ner Sicht gibt es zwei Arten von Wer­ten. Einer­seits den mess­ba­ren, den greif­ba­ren Wert. So ist zum Bei­spiel der FC Bay­ern aus aktu­el­ler Sicht der dritt­wert­volls­te Fuß­ball­ver­ein der Welt. Auch zwei wei­te­re deut­sche Klubs haben sich noch einen Platz unter den 32 wert­volls­ten Klubs welt­weit gesi­chert. [1] Es geht um Spon­so­ren, um Aus­stat­ter, um Wer­bung, aber auch um den Ver­kauf von Fan-Mate­ri­al, der teil­wei­se rie­si­ge Dimen­sio­nen annimmt. Man den­ke in die­sem Zusam­men­hang nur an die FC Bay­ern-Fan­shops! Der FC Bay­ern ist nicht nur ein Fuß­ball­ver­ein, er ist ein Unter­neh­men. Eine Fir­ma, die vie­len Men­schen auch abseits des Spiel­fel­des einen Arbeits­platz bietet.

Auf eine ähn­li­che Art und Wei­se stu­fen wir übli­cher­wei­se Unter­neh­men ein: Nach ihrem Bör­sen­wert, Umsatz oder Gewinn. Aber auch nach ihrem Ein­fluss, ihrer Grö­ße und der Anzahl der Arbeits­plät­ze, die durch sie geschaf­fen wer­den. Das ist die eine Sei­te der Wert-Medaille.

Immaterielle Werte

Auf der ande­ren Sei­te gibt es die Wer­te, die nicht mate­ri­ell sind. Die­se kön­nen von Unter­neh­men zu Unter­neh­men stark vari­ie­ren. Blei­ben wir noch ein wenig beim Fuß­ball. Wenn wir hier den FC Bay­ern und der Borus­sia Dort­mund gegen­über­stel­len, dann lässt sich schnell erken­nen, wie unter­schied­lich sich Wer­te auch in der glei­chen Bran­che gestal­ten können.

Der FC Bay­ern prä­sen­tiert sei­ne Wer­te sogar auf sei­ner Web­sei­te, unter­legt mit Fotos und Zita­ten von Spie­lern und Trainern.

Die­se Wer­te lau­ten, in der Rei­hen­fol­ge der Bayern:

  • Tra­di­ti­on
  • Ver­ant­wor­tung
  • Respekt
  • Fami­lie
  • Selbst­ver­trau­en
  • Vor­bild
  • Inno­va­ti­on
  • Seriö­ses Wirtschaften
  • Part­ner­schaft
  • Ver­ein
  • Freu­de

[1] Quel­le KPMG

Einer der her­aus­ra­gends­ten geleb­ten Wer­te der Bay­ern ist sicher der der Fami­lie. Wohl kein ande­rer Fuß­ball­klub der Welt hat so vie­le sei­ner Ehe­ma­li­gen in die Ver­eins­ar­beit ein­ge­bun­den. Für ehe­ma­li­ge Spie­ler, Trai­ner, Mit­ar­bei­ter, aber auch Fans hat man immer ein offe­nes Ohr und Unter­stüt­zung. Ob nach einem Unfall oder wäh­rend einer schwe­ren Krank­heit – die „Fami­lie“ hält zusam­men, wenn die Zei­ten hart wer­den. Die­se Wer­te zei­gen sich auch, wenn Uli Hoe­neß ankün­digt, dass er sei­nen Vor­stand­pos­ten zuguns­ten von Oli­ver Kahn zurücklegt.

» Die Bayern-Familie hält zusammen, auch wenn es schwierig wird«
Karl-Heinz Rummenigge

Die Bay­ern leben ihr Wer­te-Kul­tur, eben­so wie vie­le ande­re Sport­ver­ei­ne. Sie ste­hen für etwas und sie ste­hen dahinter.

Auch bei Borus­sia Dort­mund fin­det man mit einer ein­fa­chen Goog­le-Suche eine Sei­te, auf der die vier wich­tigs­ten Wer­te doku­men­tiert sind:

·         Inten­si­tät

·         Echt­heit

·         Bin­dungs­kraft

·         Ambi­ti­on

Zusätz­lich setzt Borus­sia auf Hash­tags, die die­se Wer­te unter­mau­ern: #NoPa­co­No­Par­ty

Wie Sie sehen, unter­schei­den sich die Wer­te der bei­den Ver­ei­ne nicht nur in der Anzahl, son­dern auch im Tenor enorm. Logisch – denn die­se Wer­te müs­sen nicht nur zum Ver­ein pas­sen und ihn reprä­sen­tie­ren, sie müs­sen auch zur Regi­on, zur Bevöl­ke­rung und zu den Men­schen passen.

Wie echt sind Unternehmens-Werte wirklich?

Auch vie­le Unter­neh­men haben ihre Wer­te defi­niert. Nicht nur IKEA und Ama­zon, auch Sie­mens  und Volks­wa­gen haben fest­ge­schrie­be­ne Wer­te. Doch wie passt das mit der Rea­li­tät zusammen?

Bei vie­len ande­ren neue­ren Unter­neh­men gibt es aus mei­ner Sicht meist kei­ne gro­ßen Dis­kre­pan­zen zwi­schen ihrem Auf­tre­ten und ihren fest­ge­schrie­be­nen Wer­ten. Ande­re Unter­neh­men, die oft schon sehr lan­ge auf dem Markt sind, pfle­gen da anschei­nend noch eher eine 50er-Jah­re-Men­ta­li­tät: „Wer­te sind dafür da, um unter den Tep­pich gekehrt zu wer­den!“ Wie sonst lie­ße sich ein VW- Die­sel­skan­dal erklä­ren, Kor­rup­ti­ons­af­fä­ren oder diver­se Spit­zel- und Über­wa­chungs­eklats? Auch Fir­men wie Face­book haben ihre Skan­da­le – zu Zucker­bergs Ver­tei­di­gung muss man jedoch fest­hal­ten, dass der Schutz der User in kei­ner Wei­se Teil der 2012 vor­ge­stell­ten und seit­her nicht über­ar­bei­te­ten Core Values ist. Was Sie dar­über den­ken möch­ten, bleibt Ihnen überlassen.

Fazit: der Wert der Unternehmenswerte

Wer­te sind gut und wich­tig. Gera­de emo­tio­nal auf­ge­la­de­ne Wer­te unter­stüt­zen Sie dabei, die rich­ti­gen Mit­ar­bei­ter für Ihr Unter­neh­men zu fin­den und Ihren ein­ge­schla­ge­nen Weg mit einer grö­ße­ren Leich­tig­keit wei­ter zu ver­fol­gen. Sie sind aber auch eine her­vor­ra­gen­de Mög­lich­keit, um die rich­ti­gen Kun­den auf Sie auf­merk­sam zu machen.

Vor­aus­set­zung dafür ist aller­dings, dass Sie die­se Wer­te nicht nur defi­nie­ren und kom­mu­ni­zie­ren, son­dern auch dahin­ter­ste­hen und sie leben! Nur dann kön­nen Sie nach den emo­tio­na­len Wer­ten auch die mate­ri­el­len Wer­te Ihres Unter­neh­mens lang­fris­tig sichern.

Wenn Sie Fra­gen, Anre­gun­gen oder Bemer­kun­gen haben, dann freue ich mich über Ihr Statement!

Ihr Andre­as Kle­ment

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