Was Führungskräfte vom Profisport lernen müssen

Sehr ger­ne sehen sich Unter­neh­men als Spon­so­ren im Pro­fi­sport. Sie son­nen sich im Glanz ihrer berühm­ten und erfolg­rei­chen Schütz­lin­ge und rüh­men sich gern als För­de­rer des Nach­wuch­ses. Ande­rer­seits ist jedoch den meis­ten Unter­neh­men nicht klar, was sie sich selbst vom Pro­fi­sport abschau­en können.

Führungskraft vs. Trainer

Als Füh­rungs­kraft oder Unter­neh­mer ist es nicht nur Ihre Auf­ga­be, Ihre Mit­ar­bei­ter mit Auf­ga­ben zu betrau­en und mit Arbeit zu ver­sor­gen, son­dern Sie sind auch in gro­ßem Aus­maß für ihre Per­for­mance zuständig.

Bei einem Blick auf den Leis­tungs­sport las­sen sich vie­le Par­al­le­len fin­den, die sich auf den All­tag eines Unter­neh­mens und die erfolg­rei­che Lei­tung eines Teams über­tra­gen lassen,

Den Überblick bewahren wie ein Fußballtrainer

Als Füh­rungs­kraft kön­nen Sie genau wie ein Trai­ner einer Mann­schaft eine beob­ach­ten­de Rol­le am Spiel­feld­rand ein­neh­men. Wenn Sie die Mei­nun­gen und Ein­flüs­se ande­rer weit­ge­hend aus­blen­den, dann fällt es oft leich­ter, einen neu­tra­len Blick auf das Gesamt­bild zu bewah­ren und dadurch bes­se­re Ent­schei­dun­gen zu treffen.

Eine gute Feldquote

Auch die Aus­ge­wo­gen­heit spielt eine gro­ße Rol­le, im Sport wie im Busi­ness: Mit nur elf Spie­lern gewinnt man heu­te kein ein­zi­ges Spiel mehr und mit, sagen wir, elf Stür­mern schon gar nicht. Es braucht Back­up, eine kla­re Rol­len­ver­tei­lung und eben­so kla­re Anweisungen.

Jedes Team­mit­glied bringt ande­re Fähig­kei­ten mit, die gestärkt und genutzt wer­den kön­nen. Sei es eine hohe Fähig­keit zur Kom­mu­ni­ka­ti­on nach außen, sei­en es orga­ni­sa­to­ri­sche Talen­te. Die­se Talen­te gilt es nach bes­ten Mög­lich­kei­ten zu nut­zen. Einen gebo­re­nen Mit­tel­stür­mer auf die Tor­wart-Posi­ti­on zu stel­len, wird nicht nur des­sen Leis­tung – und damit die des gesam­ten Teams – schwä­chen, eine sol­che Fehl­be­set­zung wird sich auch sehr bald nega­tiv auf die Moti­va­ti­on des Mit­ar­bei­ters aus­wir­ken. Es darf natür­lich auch „All­roun­der“ geben, Men­schen, die Freu­de dar­an fin­den, dort ein­zu­sprin­gen, wo Not am Mann ist. Von der Per­sön­lich­keits­struk­tur her fin­den Sie die­se am ehes­ten in soge­nann­ten „Scan­ner-Per­sön­lich­kei­ten“, also Men­schen, die ger­ne Neu­es ler­nen, meist schon eini­ge Aus­bil­dun­gen abge­schlos­sen haben und ein „Hans­dampf in allen Gas­sen“ sind.

Konkurrenz belebt

Ein gesun­der Kon­kur­renz­kampf im Team hilft allen, ihr vol­les Poten­zi­al aus­zu­schöp­fen. Die Beto­nung liegt hier auf „gesund“. Wenig sinn­voll ist es, die Team­mit­glie­der gegen­ein­an­der aus­zu­spie­len, denn dann ste­hen bald die Zei­chen auf Kampf – gegen­ein­an­der, nicht mit­ein­an­der. Wert­vol­le Ener­gie wird ver­schwen­det. Wenn auf der ande­ren Sei­te eine leich­te Wett­be­werbs­si­tua­ti­on herrscht, in der die Mit­ar­bei­ter sich spie­le­risch anein­an­der mes­sen kön­nen, dann kann das der Per­for­mance – gera­de auch in krea­ti­ven Pro­zes­sen und im Ver­kauf – sehr guttun.

Stärken stärken

Statt sich auf die Schwä­chen der Kon­kur­renz ein­zu­schie­ßen, ist es oft­mals bes­ser, sich auf die Stär­ken des eige­nen Teams zu kon­zen­trie­ren. Wel­che her­aus­ra­gen­den Eigen­schaf­ten machen Ihr Team aus? Agi­li­tät? Durch­schlags­kraft? Oder – ein oft unter­schätz­ter Soft Skill – haben Sie viel­leicht ein Team, das sich beson­ders gut um Kun­den­an­lie­gen und Beschwer­den kümmert?
Auch im Sport gibt es durch­aus unter­schied­li­che Ansät­ze, um ein Spiel für sich zu ent­schei­den. Der eine Spie­ler behilft sich mit purer gewal­ti­ger Kraft, eine ande­re punk­tet mit Schnel­lig­keit, Schnell­kraft oder einer beson­de­ren Wendigkeit.

Auf der ande­ren Sei­te ist es auch wich­tig, nicht nur die Stär­ken zu stär­ken, son­dern auch an den Schwä­chen zu arbei­ten. Denn dort liegt ein gewal­ti­ges Poten­zi­al zur Opti­mie­rung. Und die­se Opti­mie­rung fällt über­pro­por­tio­nal auf. Auch wenn die zu ver­bes­sern­den Fähig­kei­ten auf den ers­ten Blick mit der Auf­ga­be und der Rol­le die­ses Mit­ar­bei­ters gar nichts zu tun haben. Eine Ver­bes­se­rung auf einem Gebiet, auf dem ein bestimm­ter Mit­ar­bei­ter ohne­hin schon sehr gut ist, wird dage­gen nur in einem gerin­gen Maß wirk­lich ins Gewicht fallen.

Ein Bei­spiel: Eine Mann­schaft hat einen neu­en ser­bi­schen Stür­mer, der eine enor­me Tref­fer­quo­te hat, schnell, fle­xi­bel und stra­te­gisch aus­ge­zeich­net spielt. Was ihm jedoch fehlt, sind jedoch aus­rei­chen­de Sprach­kennt­nis­se, da er sich erst kurz in Deutsch­land auf­hält. Er braucht hier Unter­stüt­zung – auch des­we­gen, damit er sich gut ins Team ein­fü­gen kann. Also küm­mert sich ein guter Trai­ner dar­um, dass der Spie­ler außer­halb des Spiel­fel­des, auf dem er ohne­hin schon Höchst­leis­tun­gen erbringt, auch beim Erwerb von Sprach­kennt­nis­sen unter­stützt wird. Das Team inte­griert ihn und sei­ne Fami­lie auch in Frei­zeit­ak­ti­vi­tä­ten, sodass er das Gefühl hat, ganz dazuzugehören.

Auf die­se Wei­se wird sei­ne gesam­te Per­for­mance gestärkt.

Sehen Sie Poten­zi­al anstatt Schwä­chen und geben Sie so Ihrem Team die Chan­ce zu wachsen.

Rituale

Schaf­fen Sie fes­te Ritua­le. Bewähr­te Struk­tu­ren geben Ihren Mit­ar­bei­tern Sicher­heit. Die­se wer­den auto­ma­tisch an Neu­an­kömm­lin­ge wei­ter­ge­ge­ben und Ihr Team wird zum Selbst­läu­fer. Die­se Ritua­le kön­nen von einem bestimm­ten Ablauf bei Mee­tings über eine Defi­ni­ti­on der Betreff­zei­len von Mails inner­halb des Teams bis hin zu regel­mä­ßi­gen Tref­fen oder Besu­chen von Work­shops außer­halb der Fir­men­räum­lich­kei­ten gehen.

Fehler zulassen

Las­sen Sie selbst Feh­ler zu: Frei­es Spre­chen mit klei­ne­ren Pat­zern zum Bei­spiel wirkt über­zeu­gen­der als detail­ge­treu­es und wenig authen­ti­sches Able­sen eines Tex­tes. Und die Frei­heit Feh­ler zu machen gibt Ihrem Team die Mög­lich­keit, sich selbst aus­zu­pro­bie­ren – und dabei viel­leicht Abläu­fe, Ideen oder Metho­den zu ent­wi­ckeln, die Ihnen und Ihrem Unter­neh­men andern­falls viel­leicht ver­wehrt geblie­ben wären.

Nachwuchsarbeit

För­dern Sie die jun­gen Men­schen, hören Sie ihnen zu. Durch ihren fri­schen Blick kön­nen Sie durch­aus neue Inputs bekom­men, haben Zugang zu neu­en Tech­no­lo­gien oder kön­nen sogar eine neue Ziel­grup­pe für Ihre Pro­duk­te aufbauen.

Und irgend­wann wird der Nach­wuchs – hof­fent­lich gut aus­ge­bil­det – in die Grup­pe der High-Per­for­mer wech­seln kön­nen. So haben Sie eine Sor­ge weni­ger: Näm­lich die, woher Sie auch in Zukunft, auf einem immer selek­ti­ver wer­den­den Arbeits­markt, die rich­ti­gen Mit­ar­bei­ter bekommen.

Sie sehen: Vie­les aus dem Sport lässt sich gut in den All­tag eines Unter­neh­mens ein­brin­gen. Ich hof­fe, dass Sie sich vom einen oder ande­ren mei­ner Tipps ein paar Ideen holen konn­ten, viel­leicht haben Sie den einen oder ande­ren gar schon umgesetzt?

Dann wür­de ich mich freu­en, über Ihre Erfah­run­gen zu lesen – ger­ne hier in den Kom­men­ta­ren oder auch per Mail.

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